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Anke, die Molkerei-Fachfrau, bedient unter höchsten hygienischen Standards die sensiblen Maschinen unserer regionalen Hofmolkerei.

Erntebericht 2026: Ein Jahr der Gegensätze

Das Erntejahr 2026 hat uns einmal mehr gezeigt, wie entscheidend das Wetter für die Landwirtschaft ist. Während viele Regionen Deutschlands unter Trockenheit, Futtermangel und schwachen Erträgen litten, hatten wir in der Bielefelder Senne das Glück, dass Regen und Sonne meist genau zum richtigen Zeitpunkt kamen. Dabei begann das Jahr alles andere als vielversprechend.

Ein holpriger Start ins Frühjahr

Das Frühjahr ließ lange auf sich warten. Auch Anfang Mai waren die Temperaturen noch vergleichsweise niedrig. Unser früh gelegter Mais entwickelte sich deshalb nur zögerlich und auch die Lupinen konnten erst verspätet ausgesät werden, weil sich der Boden nur langsam erwärmte.

Dann kam der Mai und mit ihm jede Menge Regen. Rund 170 Millimeter Niederschlag fielen innerhalb eines Monats. Hier hätten wir auch gleich an die alte Bauernregel denken können: „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass.“ Und so kam es dann auch: für unser Grünland war der viele Regen ein echter Segen. Nach jedem Grasschnitt folgte neuer Regen und sorgte dafür, dass das Gras wieder kräftig nachwachsen konnte. Das Ergebnis war eine außergewöhnlich gute Grasernte. Zum ersten Mal seit vielen Jahren sind unsere Fahrsilos wieder richtig voll. Gerade für unsere Milchkühe ist das eine wichtige Grundlage für die kommenden Monate.

Vier Bio-Milchprodukte auf einem Edelstahl-Kessel in unserer regionalen Hofmolkerei: links ein Liter Milch in der Glasflasche, davor 500g Joghurt im Glas, rechts dahinter ein Liter Milch im Klimakarton und rechts daneben 250g Joghurt im praktischen Becher.
Unsere Milchflaschen werden per Hand abgefüllt

Ein heißer Sommer mit guten Erträgen

Auf den nassen Mai folgten ein trockener und heißer Juni sowie ein ebenso heißer Juli. Bei einer besonders heißen Phase im Juni haben wir deshalb gesagt: Wir machen durch! Also wurde die ganze Nacht Gras gehäckselt. Nachts war es deutlich angenehmer – und das Gras war schließlich auch noch da. Nur das Silo musste am nächsten Tag trotzdem bei Hitze abgedeckt werden.

Die Hitze sorgte auch dafür, dass das Getreide sehr schnell abreifte. Wir konnten deshalb pünktlich Ende Juli ernten. Unser Roggen brachte dabei rund 3 Tonnen je Hektar – ein ordentliches, durchschnittlich gutes Ergebnis.

Ein Mitarbeiter füllt Joghurt in Gläser ab, verschraubt ihn händisch und stellt das Glas in einen 6er-Träger.

Ein anstrengender Sommer für unsere Kühe

Die sommerliche Hitze machte allerdings nicht nur den Menschen auf dem Hof zu schaffen. Auch unsere Kühe spürten die hohen Temperaturen deutlich. An besonders heißen Tagen bewegten sie sich weniger und suchten die kühleren Bereiche im Stall oder unsere Beregnungsanlage auf. Dazu kamen die Fliegen. Die waren in diesem Sommer gefühlt überall und machten Mensch und Tier das Leben schwer. Auch Krankheiten, die durch die Fliegenbelastung begünstigt beziehungsweise übertragen werden können, beschäftigten uns wieder. Melken wurde bis Ende August zur Herausforderung für Mensch und Kuh.

Trotzdem haben unsere Tiere einmal mehr gezeigt, was in ihnen steckt. Dank des hochwertigen Grundfutters und etwas angenehmerer Temperaturen zum Ende des Sommers erreichten unsere Kühe erneut eine starke Milchleistung. Darauf sind wir sehr stolz.

Noch mal Ernteglück zum Schluss

Der Mais hat nach den Startschwierigkeiten im Frühjahr ordentlich aufgeholt. Die Sonne ließ die Pflanzen prächtig wachsen, sodass auch beim Silomais am Ende Ertrag und Qualität stimmten.

Besonders positiv überrascht hat uns die Kartoffelernte. Nachdem vielerorts von schwachen Erträgen berichtet wurde, konnte man schon etwas nervös werden. Doch in Wilhelmsdorf konnten wir Kartoffeln in guter Menge und Qualität einfahren. Also gibt's wieder richtig gute Wilhelmsdorfer Bio-Kartoffeln. Alles wie gewohnt – fast.

Unsere Milchflaschen werden per Hand abgefüllt
Die Produkte unserer regionalen Hofmolkerei, Milch in der Flasche und im Karton, Joghurt im Glas und im Becher, auf einem Strohbett arrangiert.

Kaum Äpfel an den Bäumen

Denn während Kartoffeln, Gras und Mais gute Erträge lieferten, sah es bei unseren Apfelbäumen leider ganz anders aus.

In diesem Jahr trugen die Bäume nur sehr wenige Äpfel. Die Erntemenge war so gering, dass sich eine Ernte für uns nicht gelohnt hat. Deshalb haben wir uns entschieden, den Großteil der Äpfel hängen zu lassen. Darüber freuen sich nun die Vögel und andere Tiere, die sich im Herbst und Winter an den Früchten bedienen können.

Einige der besser tragenden Bäume wurden von der Gärtnerei Eckardtsheim abgeerntet. Für unsere eigene Saftproduktion reichte die Menge jedoch nicht aus. Deshalb mussten wir unseren traditionellen Saftpresstermin absagen und es wird in diesem Jahr leider keinen Wilhelmsdorfer Apfelsaft geben.

KI-generierte Beschreibung: Eine Hand hält ein Tablet mit einer Ökokiste-Website.

Ein schwieriges Jahr für die Bienen

Auch für unsere Bienen verlief das Jahr nicht so gut: Während der Frühjahrsblüte setzte eine längere Regenphase ein. Viele Blüten konnten von den Bienen deshalb nur eingeschränkt angeflogen werden und entsprechend wenig Frühjahrsblütenhonig wurde eingetragen.

Im Sommer folgte dann das andere Extrem. Die anhaltende Trockenheit setzte vielen Pflanzen zu. Selbst die Linden an den Feldrändern litten unter der Hitze und lieferten nur wenig Nektar. Dadurch fiel auch die Sommertracht deutlich schwächer aus als erhofft.

Die Honigernte blieb deshalb hinter unseren Erwartungen zurück. Umso mehr freut es uns, dass die Einwinterung der Bienenvölker sehr gut gelungen ist. Unsere Bienen gehen stark und gut versorgt in den Winter und wir hoffen auf ein erfolgreiches Bienenjahr 2027.

Dankbar für eine gute Ernte

Wir blicken insgesamt auf ein gutes Erntejahr 2026 zurück: Ein kaltes Frühjahr, ein außergewöhnlich nasser Mai, anschließend Hitze und Trockenheit – das Wetter zeigte sich in diesem Jahr von seiner wechselhaften Seite. Dennoch kamen Regen und Sonne bei vielen Kulturen genau zum richtigen Zeitpunkt. Volle Fahrsilos, gute Kartoffelerträge, hochwertiges Futter und leistungsstarke Kühe sind keine Selbstverständlichkeit.

Auch wenn die Honig- und Apfelernte hinter unseren Erwartungen zurückblieben, überwiegt die Freude über ein insgesamt sehr erfolgreiches Erntejahr. Mit gut gefüllten Silos und ausreichend Futter für unsere Tiere blicken wir zuversichtlich auf die kommenden Wintermonate. Denn eines hat uns das Jahr 2026 erneut gezeigt: Landwirtschaft können wir planen, das Wetter nicht. Umso dankbarer sind wir, wenn das Wetter mitspielt.

KI-generierte Beschreibung: Drei Personen präsentieren Ökokisten mit Gemüse und Brot.

Ein schönes Erntedankfest zum Abschluss

Nach so einem, unterm Strich, guten Erntejahr, feiert es sich auch umso besser! Dankbar für die gute Ernte konnten wir auch diese Jahr wieder gemeinsam mit vielen Besucherinnen und Besuchern auf unserem Erntedankfest feiern. Bei bestem Herbstwetter wurde geschlemmt, gespielt und gefeiert. Besonders die Strohburg, die Treckerrundfahrten, die Trecker-Oldtimer, das Kinderyoga und die Zaubershow von Zara Finjell sorgten für viele strahlende Gesichter. 

Und das alles wäre ohne unsere Mitarbeiter:innen, Helfer:innen und Mitwirkenden nicht möglich gewesen. Vielen Dank für eure Tatkräftige Unterstützung. Ohne euch wäre so ein tolles Fest nicht zu stemmen!

Natürlich möchten wir uns auch ganz herzlich bei euch vielen Besucher:innen bedanken. Es ist unglaublich wie viele Menschen jedes Jahr den Weg zu uns auf den Hof finden! Ihr macht das Erntedankfest zu dem, was es sein soll: ein Tag der Begegnung, der Dankbarkeit und des gemeinsamen Feierns. Schön, dass ihr dabei wart. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!