Hofneuigkeiten im Spätsommer

Kälberaufzucht, erstes Kalbsfleisch und Fahrradauslieferung

Wir melden uns zurück aus der Sommerpause und wollen euch endlich mal wieder über unseren Hof berichten. In der Landwirtschaft haben wir gerade die Getreide und Strohernte abgeschlossen und der Regen, der in den letzten zwei Wochen runter kam, hat unseren Mais vor dem Trockentot gerettet. Es ist also pflanzenbaulich alles gerade nochmal gut gegangen. Ansonsten stehen uns gerade allerdings verrückte Zeiten ins Haus. Die konventionellen Milchauszahlungspreise sind teurer und auch im Einzelhandel steht konventionelle Weidemilch für mehr Geld im Regal als unsere regionale Biomilch und dennoch wird unsere Milch gerade gerne auch mal stehen gelassen. Das bringt uns schon sehr ins Nachdenken. Denn bei uns tut sich gerade Vieles. Ab nächstem Jahr übernehmen Friederike und Maike die Landwirtschaft bei uns auf dem Gut Wilhelmsdorf und Jan steigt in die Hofmolkerei und Vermarktung mit ein. Alle drei bringen viele neue Ideen mit, wie man auf dem Gut Wilhelmsdorf noch nachhaltiger wirtschaften und mehr Tierwohl umsetzen kann. Zwei Ideen, die sich gerade in der ersten Umsetzung befinden, sind die Umstellung der Kälberaufzucht auf ein kuhgebundenes System und die Auslieferung von Biokisten mit Elektrolastenrädern in der Bielefelder Innenstadt.

Wir hatten ja schon berichtet, dass wir zukünftig gerne alle Kälber, die auf dem Gut Wilhelmsdorf geboren werden, behalten und aufziehen möchten. Ab dem Frühjahr nächsten Jahres planen Friederike und Maike auf eine ammengebundene Kälberaufzucht umzustellen. Sie möchten nach Möglichkeit alle Kälber ihre gesamte Milchphase entweder bei ihrer Mutter lassen oder an einer Amme großziehen. Jede dritte Kuh, die kalbt, behalten wir als Ammenkuh. Sie soll dann zukünftig ihr eigenes und noch zwei weitere Kälber versorgen. Nach dem Absetzen werden wir die herangewachsenen Kälber, die wir nicht für unsere Nachzucht benötigen, als sehr feines Kalbsfleisch vermarkten. Als Partner haben wir einen regionalen, kleinen Schlacht- und Zerlegebetrieb mit BIO-Zertifizierung gewinnen können. Nach kurzem Transport, den wir selbst durchführen, werden die Tiere dort geschlachtet und nach guter Reifung zerlegt.

Diese Umstellung der Kälberaufzucht hat für uns zwei direkte Konsequenzen. Zum einen verteuern sich unsere Aufzuchtskosten bei den Milchkühen und dadurch wird sich der Milchpreis erhöhen müssen. Zum anderen erzeugen wir eine nicht unerhebliche Menge an Kalbsfleisch, die wir vermarkten müssen. Die erste offensichtliche Möglichkeit sind hier unsere Biokisten, weitere Vermarktungswege müssen allerdings noch hinzu kommen. Sie können also zukünftig mit Ihrem Einkauf dazu beitragen, dass unsere Jungtiere auf dem Gut Wilhelmsdorf bleiben können und unsere BIO-Landwirtschaft unter Einbeziehung aller Bereiche noch besser wird. Wir hoffen, Sie unterstützen unser Vorhaben! Der Entscheidung für eine Umstellung der Kälberaufzucht gehen viele Gedankenspiele und Versuche voraus, die Maike in einem WDR-Beitrag vorstellt: 

Da wir aus dieser Versuchsreihe auch schon vier männliche Kälber haben, können Sie unser Kalbsfleisch auch in diesem Jahr schon einmal testen. Das Fleisch bieten wir Ihnen als vakuumierte, küchenfertige Frischware in gemischten Paketen mit 5 oder 10 kg an. Nähere Informationen finden Sie direkt bei den Artikeln im Shop:

Auch sonst sind viele Dinge auf den Weg gebracht. Ein Projekt, was sich auf Initiative von Jan bereits seit Mai in der ersten Umsetzung befindet, ist die Auslieferung von Büroobstkörben in der Bielefelder Innenstadt per Lastenfahrrad. Das spart CO2 sowie Parkplätze und trägt zu einer lebenswerteren Innenstadt bei. Gerade planen wir mit unserem Partner flottweg die Auslieferung per Lastenrad auf Privatkunden auszuweiten. Hier vielen allerdings noch ambitionierte Fahrradfahrerinnen – meldet euch gerne! – und ein Zwischendepot mit Kühlung. Wir sind also dabei uns in vielen Bereichen noch stärker in Richtung Nachhaltigkeit zu entwickeln. Doch leider sind die nachhaltigsten Alternativen nicht immer die kostengünstigsten (So sollte es ja eigentlich sein …). Deshalb ist die derzeitige Situation mit steigenden Erzeugungskosten und sinkenden Absätzen nicht gerade beflügelnd.

Wenn Sie noch mehr zu den aktuellen Geschehnissen auf dem Gut Wilhelmsdorf erfahren wollen, kommen Sie sich gerne zu der Offenen Hofführung am 03.09. 10:00 Uhr im Rahmen der Aktionstage Ökolandbau NRW. Bitte melden Sie sich mit Personenanzahl an unter: bio@gut-wilhelmsdorf.de

 

Wir freuen uns über einen regen Austausch, genießen Sie den Spätsommer!

Ihre Wilhelmsdorfer BiobäuerInnen 

Meinungen sind willkommen: