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Hofneuigkeiten Anfang 2024

Wir blicken zurück auf ein intensives, herausforderndes, schönes und turbulentes Jahr 2023. Viel ist passiert - es ist Zeit für einen kurzen Rückblick!

Erst einmal freuen wir uns sehr über die reiche Ernte im vergangenen Jahr, auch wenn die Getreideernte mit dem vielen Regen im August herausfordernd war. Auch die Bienen haben fleißig Nektar gesammelt und es gibt reichlich Honig! Die vielfältigen Veranstaltungen bei uns auf dem Hof in den letzten Monaten waren ein voller Erfolg, ließen uns immer beseelt zurück – dass so viele Menschen mit uns gefeiert haben und den Ursprung ihrer Lebensmittel kennenlernen wollten war einfach toll.

Aus landwirtschaftlicher Perspektive betrachtet, war 2023 vor allem sehr nass. Doch: Nass ist gut, denn viel Regen heißt auch viel Gras und Gras ist unser Hauptfuttermitteln.

Viel Regen bedeutet aber auch viel Stress. Denn in den kurzen trockenen Perioden, in denen wir arbeiten konnten, musste häufig viel Arbeit in wenig Zeit passieren. Das hat uns im letzten Jahr sehr gefodert. Auch der Jahreswechsel mit unablässigem Dauerregen hat uns ratlos zurückgelassen, da teilweise immernoch auf vielen Flächen das blanke Wasser steht. Welche Schäden das verursacht hat, wird sich aber erst in ein paar Wochen zeigen. Wir sind gespannt was uns im kommenden Jahr wettermäßig erwarten wird. Wir haben auf jeden Fall schon eine wichtige Sache als Landwirtinnen gelernt: Pläne sind in der Landwirtschaft dazu da, sie über den Haufen zu werfen.

Immerhin war das Frühjahr sehr sonnenreich und wenn es regnet und gleichzeitig warm ist, sind ideale Voraussetzungen für die Nektarproduktion von Pflanzen gegeben. Demnach hat Jan im ersten Jahr wirklich gut Honig ernten können, insbesondere die Frühtracht und der Raps waren sehr gut.

Auch bei der Umstellung auf die kuhgebundene Kälberaufzucht mussten wir feststellen, dass wir an unserem theoretischen Plan mehrmals nachjustieren mussten. Seit April ziehen wir alle weiblichen Kälber an Ammen groß. Hier galt es rauszufinden: Wie viele Kälber kann eine Kuh eigentlich großziehen, so dass alle Kälber satt sind, die Amme aber auch all ihre Milch loswird? Wir sind nun bei ungefähr 3 Kälbern je Amme gelandet.
Wir lernten: Kälber sind nicht die Bohne treu. Wir gewöhnen in einem ersten Schritt immer eine Kuh an drei Kälber in einer Einzelbucht. Wenn die Truppe danach in die große Ammengruppe geht, trinken die Kälber bei allen Ammen wild durcheinander. Das stellt uns wieder vor Schwierigkeiten, da so Tröpfcheninfektionen immer durch die gesamte Ammenkuhherde getragen werden. Daher werden wir nun vermehrt Kleingruppen einführen.

Wir befinden uns nach wie vor in der Umstellung auf die neue Aufzucht und arbeiten stetig daran, bald alle Tiere, die auf unserem Hof geboren werden, bei Ammen und in Gruppen aufwachsen zu lassen. Nach wie vor gibt es jedoch auch Tiere in den sogenannten Kälberiglus bei uns, die nach dem "alten" System bei uns aufwachsen. Denn noch können nicht alle Tiere bei uns auf dem Hof bleiben.

Mit der Umstellung haben wir auch in der Molkerei ordentlich gewirbelt. Denn dass unsere Milch nicht nur gut schmeckt und regional erzeugt wird, wisst ihr ja. Dass unsere Kälber nun aber zum Großen Teil bei Mutterkühen bleiben und Gruppen im großen Strohstall aufwachsen, wollten wir auf unseren Milchverpackungen auf keinen Fall unerwähnt lassen. Somit haben wir uns hingesetzt, gebrütet und getüftelt und unser gesamtes Verpackungsdesign angefasst. Was zunächst als kleines Nebenprojekt anfing hat sich schließlich als große Kampagne entwickelt, die wir zum 1. November offiziell gelauncht haben: Neues Verpackungsdesign, neues Storytelling, bewährte Qualität.

Neu dazugekommen ist unser 250g-Joghurtbecher, da ihr immer wieder nachgefragt habt, ob es unseren leckeren, stichfesten Joghurt nicht auch in kleineren Größen gibt,  In der Produktentwicklung haben wir hier natürlich größten Wert daraufgelegt, eine möglichst ökologische Verpackung auszuwählen, denn Einweg bleibt schließlich Einweg.
Herausgekommen ist ein 3-Komponentenbecher: Der dünne Plastikbecher ist aus Stabilitätsgründen mit Pappe ummantelt. Diese könnt ihr ganz einfach vom Becher abtrennen und im Papiermüll entsorgen. Die Platine obenauf ist aus Aluminium und sollte vor dem Wegwerfen vom Becher getrennt werden. Wir freuen uns über die wachsende Beliebtheit des Bechers und eure Rückmeldungen dazu!

Unsere Biokiste entwickelt sich leider nicht so zufriedenstellend. Nach dem Corona-Boom und vielen Gedanken in unserer Gesellschaft über gesunde und nachhaltige Ernährung ist mit dem Ukrainekrieg und der steigenden Inflation der Fokus gesellschaftlich nun ein völlig anderer. Deshalb haben wir Rückgänge im Absatz und könnten inzwischen von unseren Strukturen her deutlich mehr Biokisten packen und ausliefern. Macht gerne etwas Werbung bei euren Nachbarinnen und Nachbarn oder Freunden, wenn ihr mit uns zufrieden seid! Wir können und wollen mehr. Auch freuen wir uns natürlich über Rückmeldung, wenn wir etwas besser machen können.

Über den Hofladen können wir das erste Mal in einem Jahresrückblich berichten. Bald wird er schon 
1 Jahr alt - kaum zu fassen, wie schnell die Zeit vergeht! Nach der rasanten Übernahme inklusive Renovierung in nur 8 Tagen (!) war die zweite Jahreshälfte vor allem durch Festivitäten und Verkostungen geprägt. Es macht großen Spaß mit unserer Kundschaft, ein kurzer Schnack an der Ladentheke bestärkt uns immer wieder in unserer Arbeit! Wir können sagen, dass das erste Jahr im Laden sehr gut verlief. Prozesse und Abläufe mussten sich natürlich erst „einruckeln“, Altlasten aufgeräumt werden, aber im Großen und Ganzen konnten wir uns dann mit einem tollen Weihnachtsgeschäft von dem ersten sehr arbeitssamen Jahr im Laden verabschieden.

Auch in 2023 haben wir viele Besucherinnen und Besucher bei uns auf dem Hof gehabt. Zum alljährlichen Erntedankfest, zu den BioWochen NRW, mit der RadKulTour und unserer ersten rustikalen Weinprobe in der Kornscheune haben wir tolle Fest gefeiert und uns intensiv mit euch ausgetauscht.

Wir freuen uns auf alles, was nun im neuen Jahr ansteht. Fokus wird hier ganz klar die Biokiste sein, wir wollen uns im Onlineshop weiterentwickeln und wollen die aktuell herausfordernde Situation aktiv annehmen und uns aus dem Tal steuern. Im Hofladen wird es über das Jahr hinweg eine Vielzahl von leckeren Verkostungsaktionen geben. Dabei begrüßen wir die Erzeugerinnen und Hersteller der Produkte und bieten euch diese dann auch zum Probieren an. Auf dem Hof wird wieder einiges los sein – unser fast schon traditioneller Weideaustrieb im April, die RadKulTour des Kulturamts Bielfeld im September und unser beliebtes Erntedankfest Ende September. 

Darüber hinaus tüfteln wir gerade an einem neuen Konzept für Hofführungen für Groß und Klein sowie an weiteren kleinen und größeren Veranstaltungen. Aktuelle Infos zu unseren Veranstaltungen findet ihr immer hier.

2024, wir sind schon mittendrin. Wir freuen uns drauf!
Auf ein Neues mit euch und uns.

Herzlichst, euer Team von Gut Wilhelmsdorf

 

Unsere Kolleginnen und Kollegen sind auf der Straße, fahren mit Treckern in die großen Städte und machen deutlich:

So geht es nicht weiter. In diesem Punkt sind wir uns einig.
Wir brauchen Veränderungen in der Agrarpolitik.

Uns geht es aber nicht so sehr um die Aufrechterhaltung der Agrardieselbeihilfe. Auch finden wir erschreckend, wie einige wenige Berufskollegen politischen Protest praktizieren. Wir distanzieren uns ganz deutlich von Pöbeleien und Hassrede! Es gibt unserer Meinung nach keine gesellschaftliche Begründung dafür, das Verbrennen von Diesel weiter zu subventionieren. Auch nicht in der Landwirtschaft. Die Innovationskraft in der Landtechnik ist enorm (Sensortechnik, Precision Farming, …) - nur nicht bei alternativen Antriebstechnologien. Hier wurde (fast) komplett geschlafen. Warum? Auch weil Agrardiesel billig ist. Ein Abschaffen der Agrardieselsubventionen bedeutet aber auch einen wirtschaftlichen Einschnitt für die Höfe, auch für uns. Ganz grob gerechnet geht es bei uns jährlich um ca. 12.000€.

Geld, was uns und unseren Familien fehlt. Geld, was fehlt, auf ein im gesellschaftlichen Vergleich faires Lohnniveau zu kommen. Geld, was fehlt, notwendige Innovationen für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft bei uns auf dem Hof zu finanzieren. Deshalb sagen wir: Agrardieselsubventionen abschaffen?

Ja, aber nur mit einem fairen Ausgleich.

Die Subventionspolitik im Agrarbereich sollte sich unserer Meinung nach hin zur Vergütung von gesellschaftlichen Leistungen entwickeln. Tierwohl, umweltschonender Pflanzenbau, Humusaufbau, und vieles mehr - dies alles nützt der Gesellschaft, nutzt uns allen! Bisher wird dies nicht honoriert, eher im Gegenteil: Eine umweltschonende Landwirtschaft mit höchsten Tierwohlstandards hat marktwirtschaftliche Nachteile. Sie ist teurer, die Kundin muss tiefer in die Tasche greifen. Das ist nicht richtig, hier funktioniert der Marktmechanismus nicht, hier braucht es Ordnungspolitik. Hier machen Marktanreize über Subventionen oder Steuern marktwirtschaftlich Sinn. Dies bedarf aber eines politischen Prozesses, der nicht von heut auf morgen abgeschlossen sein wird.

Wie ihr uns und unsere Kolleginnen und Kollegen auf der Straße sofort unterstützen könnt?

Kauft bei der Bäuerin um die Ecke ein!

Denn wir als Direktvermarkter haben die Preise selbst in der Hand. Wir können faire Erzeugerpreise umsetzen, wenn die Nachfrage stimmt. Das vereint uns und unsere Kolleginnen und Kollegen auch:

Wir wollen nicht vom Wohlwollen des Staates abhängig sein! 

Meinungen sind willkommen: