Unsere Tiere

Auf einem typisch Senneboden mit viel Grünland, mageren, sandigen Ackerböden und hohen Niederschlägen ist es ökologisch sinnvoll, den Betriebsschwerpunkt auf die Rinderhaltung zu setzen.

Unsere Milchviehherde

Unsere Milchviehherde ist eine alte Zuchtherde, deren Durchschnittsleistung vor der Umstellung oberhalb von 7500 kg Milch, je Kuh und Jahr, lag. Im ersten Jahr der Übernahme ging die Leistung aufgrund der schlechten Grundfutterqualität und Eutergesundheitsproblemen auf 6800 kg zurück. Inzwischen liegen wir bei einem stolzen Herdendurchschnitt von über 8500 Litern. Dies fast ausschließlich mit betriebseigenem Futter zu erreichen, erfordert viel Fingerspitzengefühl, Experimentierfreude und eine gute Beobachtungsgabe - ein Leben mit den Tieren.

Im Laufe der ersten drei Jahre haben wir alle Ställe tüchtig umgebaut, damit unsere Rinder ein möglichst schönes Kuh-Leben haben. Auch nach Bioland-Richtlinien (siehe www.bioland.de) müssen alle Tiere ein Liegebett aus Stroh und Frischluft haben und nach Möglichkeit Auslauf. Um Kosten zu sparen, wurden die Bauarbeiten nach und nach in Eigenregie durchgeführt.

Im Kuhstall sind jetzt die Liegeboxen verbreitert und verlängert. Die Kuhstall-Fenster haben wir erst einmal ausgebaut, um die Frischluftzufuhr zu verbessern. Nur im kältesten Winter, werden die Fenster der Ostseite wieder eingesetzt. Damit die Kühe auch im Winter Bewegung haben, gibt es inzwischen einen befestigten Auslauf, der vom Stall aus ständig zugänglich ist.

Der Kälberstall wurde ganz neu als "kalter" Außenklimastall mit Gruppenhaltung und Tränkeautomaten gebaut. In den ersten vier Wochen leben die Kälber in Einzel- und Gruppenhütten. Auch für die Aufstallung der jungen Rinder haben wir gute, artgerechte Lösungen gefunden.Im Sommerhalbjahr werden alle Rinder, die älter als 12 Monate sind, ganztägig auf der Weide gehalten.

Unsere Wilhelmsdorfer Kühe –
die fühlen sich wohl, denn davon leben wir

Schon bei der Gründung von Wilhelmsdorf als Arbeiterkolonie wurden Milchkühe für die Nutzung des Grünlandes und die Versorgung der Menschen mit Milch und Fleisch angeschafft. Sie sorgen bis heute dafür, dass eine naturverträgliche Landwirtschaft auf diesem armen Sandstandort überhaupt möglich ist. Denn einerseits ernähren sie sich von den Wiesen und Weiden und den Ackerfutterpflanzen, auf der anderen Seite liefern sie wertvollen humusmehrenden Dünger für den Boden und die Pflanzen. So schließt sich der Kreislauf und die Kühe prägen und erhalten so unsere Kulturlandschaft.

Ein alter Spruch sagt „Das Grünland ist die Mutter des Ackers“. Das humusreiche Grünland sorgt über den Weg der Kühe dafür, dass auch der Acker seinen Humus (v.a. stabile Kohlenstoffverbindungen), der für die Bodenfruchtbarkeit so wichtig ist, abkriegt.

Tierhaltung im Bioland-Betrieb

Im Bioland-Betrieb sind die Haltungsvorschriften darauf ausgerichtet, dass die Kühe sich wohlfühlen und dass man durch  präventive Maßnahmen die Tiergesundheit erhält. Daher haben wir alle Ställe so umgebaut, dass die Tiere immer frisches Wasser, frische Luft und gutes Futter erhalten. Im Sommer ist das einfach, da die meisten Rinder Weidegang haben, die Milchkühe halbtags. Hier müssen wir nur die Zäune im guten Zustand erhalten und ab und zu umtreiben. Im Winter ist der Arbeitsaufwand durch den hohen Stroheinsatz und das häufige Ausmisten aber recht hoch. Insgesamt liegt er deutlich über den Verfahren in der konventionellen Milchviehhaltung. Aber die Fürsorge für die Tiere und das gute Gefühl, mit ihnen so artgerecht wie möglich arbeiten zu dürfen, ist ein wichtiger Grund, warum wir Biomilchbauern geworden sind.

Das Futter erzeugen wir fast alles auf den eigenen Flächen. Das Kleegras und die Grünlandaufwüchse werden – wenn sie nicht abgeweidet werden - als Anwelksilage und Heu „eingemacht“ und so konserviert. Ergänzt wird dieses Raufutter mit etwas Maissilage und einem selbstgemischten „Kraftfutter“. Das Kraftfutter besteht aus Roggen, Körnermais, Lupinen, Ölkuchen und Mineralfutter - natürlich alles in Bioqualität. Die Futterzusammenstellung erfolgt nach einer genauen Rationsplanung, denn Milchkühe sind „Hochleistungssportler“ also recht anspruchsvoll. Doch andererseits ist die gute Biofütterung auch die Grundlage für den hohen Tiergesundheitsstatus.

Am Ende kommt unsere gute Wilhelmsdorfer Milch heraus. Manche sagen: „Hier kann man die Senne schmecken!“ Bei der Milchgewinnung geben wir uns größte Mühe und nutzen mit unserem Doppelfünfer-Tandemmelkstand eine weitentwickelte  Technik, in der Mensch und Tier ein gutes Arbeitsklima haben. Die Hygiene muss natürlich stimmen und die regelmäßig erhobenen Qualitätsuntersuchungen der Milch zeigen uns, dass auch die „inneren Werte“  stimmen.

Man sieht, dass uns eine gute Beziehung zu unseren Tieren wichtig ist, denn schließlich sind sie unsere wichtigsten Mitarbeiterinnen. 

 

Unser fahrender Müller

Aus dem guten Getreide und den anderen körnigen Futtermitteln muss noch jemand ein schmackhaftes und ausgewogenes Kraftfutter für unsere Tiere zusammenstellen.

 

Und das macht für uns schon von Anfang an der Herr Drewes mit seiner fahrenden Mahl- und Mischanlage. Aus den einzelnen Futterkomponenten mischt er, nach den speziellen Vorgaben unserer Futterexperten auf dem Hof, verschiedene Kraftfuttermischungen zusammen, um unsere Tiere in jedem Alter und in jeder Leistungsphase ausreichend zu Versorgen.

Als Kraftfutter bezeichnet man in der Landwirtschaft alle Futtermittel die über das reine Grundfutter wie Gras, Silage und Heu hinausgehen. Also alle Getreide, Mais, aber auch Mineralstoffe und Spurenelemente. Selbstverständlich sind alle verwendeten Futtermittel für den ökologischen Landbau zugelassen, dieses wird im Rahmen der Öko-Kontrolle überprüft.