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Nach den andauernden Regenfällen in diesem Sommer ist nun auch wieder an die Ernte von Gras zu denken. Nachdem es am Anfang der Woche gemäht worden ist, haben wir damit angefangen das angwelkte Gras in die Siloanlage auf dem Hofgelände zu fahren.
Im Silo wird es mit Schleppern verdichtet und zum Schluß luftdicht abgedeckt.
Die daraus entstehende Silage dient als Futtergrundlage für die Stallfütterung unserer Tiere. Ergänzt wird die Grassilage duch Mais, der in den nächsten Wochen ebenfalls siliert wird und durch Getreidemischungen.
Ackerbau und Grünlandwirtschaft nach Bioland-Richtlinien – das ist gar nicht so einfach. Tut aber dem Boden und der Umwelt gut. Denn der Einsatz von chemischen Pestiziden, synthetischen Düngemitteln und gentechnisch veränderten Organismen ist bei uns tabu.

Uns reicht die Natur wie sie ist. Durch die Nutzung natürlicher Regulationsmechanismen halten wir Wildkräuter und Schädlinge in Schach. Und die Kulturen müssen zu unserem recht armen Sandboden passen.
Das entscheidende ist dabei die Fruchtfolge, die wir auf unseren 210 ha Flächen einhalten. Am Anfang steht das zweijährige Kleegras als bodenaufbauende Frucht. Dann folgen die Starkzehrer Mais und Kartoffeln, im folgenden Roggen und Triticale mit Zwischenfrucht, danach Lupinen und noch mal der eher anspruchslose Roggen mit anschließender Zwischenfrucht. Erneut beginnt dann der Zyklus mit der Aussaat des Kleegrases unter der Deckfrucht Sommergerste.
Gedüngt wird immer in kleinen Gaben mit unserer eigenen Biogasgülle (siehe auch "Biogaserzeugung"). Sie wird zu Beginn der Vegetation schonend und emissionsmindernd ausgebracht und sorgt für ein gesundes Wachstum der Pflanzen. So schließt sich der Nährstoffkreislauf im Betrieb.
Die meisten Kulturen, die wir ernten, nutzen wir als Futter für unsere Kühe und Jungrinder. Kartoffeln und Brotroggen dienen natürlich direkt der menschlichen Ernährung.

Durch diese Vielfalt auf dem Acker und die Anbaupausen für die jeweiligen Früchte können sich die Schaderreger und Beikräuter nicht so stark vermehren, dass sie zum Problem werden. So reicht es aus, mit Netzegge und Hacke die Kulturen sauber zu halten – und das letzte Kräutlein wollen wir ja auch gar nicht weg haben. Eine leichte Wildkrautflora ist auf dem Bioacker durchaus erwünscht. Denn sie sorgt auch für Vielfalt bei Insekten und anderen Lebewesen. Im Biolandbau geht man davon aus, dass sich dadurch vieles von selbst reguliert.
Jetzt könnte man meinen, Ökolandbau ist die Landwirtschaft von gestern. Aber das Gegenteil ist der Fall. Moderne Landtechnik ist heute auch im Ökolandbau normal und durch seine positiven Umweltwirkungen gilt er als wegweisend für die gesamte Landwirtschaft – eben Landwirtschaft im Einklang mit der Natur. Und die Entwicklung geht weiter: ständig werden im Ökolandbau die Verfahren weiter verfeinert, auch mit Hilfe der Forschung und moderner Technik, aber bei Einhaltung der naturschonenden Prinzipien.

100 ha Grünland – das hört sich für jeden Bauern schon mal nach vielen Kühen an. Und so ist es. Das Grünland – die Wiesen und Weiden – dienen den Kühen und Jungrindern als Futtergrundlage. Sie machen aus ansonsten nicht verwertbarem Gras und Kräutern wertvolle Lebensmittel wie Milch und Fleisch.
Ökologische Grünlandwirtschaft verlangt viel Wissen über Zusammenhänge. Der „reine Tisch“, den man im Ackerbau durch Pflügen regelmäßig erreicht, ist hier nicht möglich.Da Grünland eine Dauerkultur ist, erfolgt die Steuerung des Pflanzenbestandes eher indirekt. Durch die Grünlandpflege, angefangen von der Grabenpflege zur Wasserregulierung bis hin zum Walzen und Schleppen im Frühjahr, durch Nachsaaten und eine angepasste Nutzung und ausgewogene Düngung erhalten wir bestes Futter. Im Ökolandbau ist der Weißklee ein wichtiger Partner im Grünland. Er sorgt als Leguminose nicht nur dafür, dass Stickstoff mit Hilfe der Sonnenenergie in den Boden kommt, er ist auch als Futterpflanze äußerst wertvoll. Die Kühe und Rinder lieben ihn.