Unsere Tiere

Auf einem typisch Senneboden mit viel Grünland, mageren, sandigen Ackerböden und hohen Niederschlägen ist es ökologisch sinnvoll, den Betriebs-Schwerpunkt auf die Rinderhaltung zu setzen. Unsere Milchviehherde (derzeit 230 Kühe) ist eine alte Zuchtherde, deren Durchschnittsleistung vor der Umstellung oberhalb von 7500 kg Milch, je Kuh und Jahr, lag. Im ersten Jahr der Übernahme ging die Leistung aufgrund der schlechten Grundfutterqualität und Eutergesundheits-Problemen auf 6800 kg zurück.

 

Inzwischen liegen wir bei einem stolzen Herdendurchschnitt von über 9000 Litern. Dies fast ausschließlich mit betriebseigenem Futter zu erreichen, erfordert viel Fingerspitzengefühl, Experimentierfreude und eine gute Beobachtungsgabe - ein Leben mit den Tieren.

 

Im Laufe der ersten Jahre haben wir alle Ställe umgebaut, damit unsere Rinder ein möglichst schönes Kuh-Leben haben. Nach Bioland-Richtlinien (siehe www.bioland.de) müssen alle Tiere ein Liegebett aus Stroh und Frischluft haben und nach Möglichkeit Auslauf. Um Kosten zu sparen, wurden die Bauarbeiten anfangs nach und nach in Eigenregie durchgeführt. 2008 haben wir mit einer Baufirma einen neuen Stall für Jungrinder und trockenstehende Kühe gebaut. Im Winter 2012/2013 entsteht neben dem vorhandenen Kuhstall ein neuer Komfortstall für die Milchkühe, in dem die frischabgekalbten Kühe dann komplett im großräumigen Strohstall den Tag genießen können. Mehr Kuhkomfort geht nicht.

 



Im „alten” Kuhstall sind jetzt die Liegeboxen verbreitert und verlängert. Die Kuhstall-Fenster und Seitenwände haben wir ausgebaut, um die Frischluftzufuhr zu verbessern. Damit die Kühe auch im Winter Bewegung haben, gibt es einen befestigten Auslauf, der vom Stall aus ständig zugänglich ist. Auch das Kuhstalldach wurde komplett saniert und die alten Asbestplatten wurden entsorgt.

 



Der Kälberstall wurde als „kalter” Außenklimastall mit Gruppenhaltung und Tränkeautomaten gebaut. In den ersten vier Wochen leben die Kälber in Einzel- und Gruppenhütten. Auch für die Aufstallung der jungen Rinder haben wir gute, artgerechte Lösungen gefunden. In der sommerlichen Weideperiode werden alle Jungrinder, die älter als 12 Monate sind, ganztägig auf der Weide gehalten.


Unsere Wilhelmsdorfer Kühe
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Wilhelmsdorfer Kuh
Mitarbeiterin des Monats!

… die fühlen sich wohl, denn davon leben wir

 

Schon bei der Gründung von Wilhelmsdorf als Arbeiterkolonie wurden Milchkühe für die Nutzung des Grünlandes und die Versorgung der Menschen mit Milch und Fleisch angeschafft. Sie sorgen bis heute dafür, dass eine naturverträgliche Landwirtschaft auf diesem armen Sandstandort überhaupt möglich ist. Denn einerseits ernähren sie sich von den Wiesen und Weiden und den Ackerfutterpflanzen, auf der anderen Seite liefern sie wertvollen humusmehrenden Dünger für den Boden und die Pflanzen. So schließt sich der Kreislauf und die Kühe prägen und erhalten so unsere Kulturlandschaft. 

 

Ein alter Spruch sagt „Das Grünland ist die Mutter des Ackers”. Das humusreiche Grünland sorgt über den Umweg der Kühe dafür, dass auch der Acker seinen Humus (v.a. stabile Kohlenstoffverbindungen), der für die Bodenfruchtbarkeit so wichtig ist, abkriegt.

 

Im Bioland-Betrieb sind die Haltungsvorschriften darauf ausgerichtet, dass die Kühe sich wohlfühlen und dass man durch  präventive Maßnahmen die Tiergesundheit erhält. Daher haben wir alle Ställe so umgebaut, dass die Tiere immer frisches Wasser, frische Luft und gutes Futter erhalten. Im Sommer ist das einfach, da die meisten Rinder Weidegang haben, die Milchkühe halbtags. Hier müssen wir die Zäune im guten Zustand erhalten und die Tiere täglich kontrollieren. Im Winter ist der Arbeitsaufwand durch den hohen Stroheinsatz und das häufige Ausmisten deutlich höher. Insgesamt liegt er deutlich über den Verfahren in der konventionellen Milchviehhaltung. Aber die Fürsorge für die Tiere und das gute Gefühl, mit ihnen so artgerecht wie möglich arbeiten zu dürfen, ist ein wichtiger Grund, warum wir Biomilchbauern geworden sind.


  • Gut Wilhelmsdorf Kälbchen



Das Futter erzeugen wir fast alles auf den eigenen Flächen. Das Kleegras und die Grünlandaufwüchse werden – wenn sie nicht abgeweidet werden - als Anwelksilage und Heu „eingemacht” und so konserviert. Ergänzt wird dieses Raufutter mit etwas Maissilage und einem selbstgemischten „Kraftfutter”. Das Kraftfutter besteht aus Roggen, Körnermais, Lupinen, Ölkuchen und Mineralfutter - natürlich alles in Bioqualität. Die Futterzusammenstellung erfolgt nach einer genauen Rationsplanung, denn Milchkühe sind „Hochleistungssportler”, also recht anspruchsvoll. Doch andererseits ist die gute Biofütterung auch die Grundlage für den hohen Tiergesundheitsstatus. 



 

Am Ende kommt unsere gute Wilhelmsdorfer Milch heraus. Manche sagen: „Hier kann man die Senne schmecken!” Bei der Milchgewinnung geben wir uns größte Mühe und nutzen mit unserem Doppelzwölfer-Fischgrätenmelkstand eine weitentwickelte  Technik, in der Mensch und Tier ein gutes Arbeitsklima haben. Die Hygiene muss natürlich stimmen und die regelmäßig durchgeführten Qualitätsuntersuchungen der Milch zeigen uns, dass auch die „inneren Werte”  stimmen. 



 

Man sieht, dass uns eine gute Beziehung zu unseren Tieren wichtig ist, denn schließlich sind sie unsere wichtigsten Mitarbeiterinnen.  

Unser fahrender Müller

Aus dem guten Getreide und den anderen körnigen Futtermitteln muss noch jemand ein schmackhaftes und ausgewogenes Kraftfutter für unsere Tiere zusammenstellen. 

 

Und das macht für uns die fahrende Mahl- und Mischanlage unseres Kollegen Wullengerd aus Friedrichsdorf. Aus den einzelnen Futterkomponenten mischt er, nach den speziellen Vorgaben unserer Futterexperten auf dem Hof, verschiedene Kraftfuttermischungen zusammen, um unsere Tiere in jedem Alter und in jeder Leistungsphase ausreichend zu Versorgen. 

 

Als Kraftfutter bezeichnet man in der Landwirtschaft alle Futtermittel deren Nährstoffkonzentration über das der reinen Grobfutter wie Gras, Silage und Heu hinausgehen. Also alle Getreidearten, Mais, Körnerleguminosen wie Lupinen und Bohnen, Rapskuchen oder Sonnenblumenkuchen als Reststoff aus der Ölpressung, aber auch Mineralstoffe und Spurenelemente. 

Kontrolle der Zukauffuttermittel

Selbstverständlich sind alle verwendeten Futtermittel zertifizierte Biofuttermittel und für den ökologischen Landbau zugelassen. Jeder Zukauf wird aber sicherheitshalber noch mal von der Bioland-Qualitätssicherung gecheckt und muss genehmigt werden. Dies wird im Rahmen der Öko-Kontrolle überprüft. 


Kuhausstrieb 2016

Die Kühe sind wieder auf der Weide.

Das war Kuhfreude pur – endlich mal wieder richtig lostoben!